Der Rottweiler
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Der Rottweiler

 

Allgemeine Erscheinung: Der Rottweiler ist ein mittelgroßer bis großer, stämmiger Hund, weder plump noch leicht, nicht hochläufig oder windig. Seine im richtigen Verhältnis stehende, gedrungene und kräftige Gestalt lässt auf große Kraft, Wendigkeit und Ausdauer schließen.

Ohren: Mittelgroß, hängend, dreieckig, weit voneinanderstehend, hoch angesetzt. Der Oberkopf erscheint bei nach vorn gelegten, gut anliegenden Ohren verbreitert

Augen: Mittelgroß, mandelförmig, von tiefbrauner Farbe; Lider gut anliegend

Rute: Naturbelassen, waagerecht in Verlängerung der Rückenlinie, im Ruhezustand auch hängend.

Fell: Bestehend aus Deckhaar und Unterwolle = Stockhaar. Deckhaar mittellang, derb, dicht und straff anliegend; die Unterwolle soll nicht aus dem Deckhaar hervortreten. An den Hinterläufen ist die Behaarung etwas länger.

Farbe: Schwarz mit gut abgegrenzten Abzeichen (Brand) von satter, rotbrauner Färbung an Backen, Fang, Halsunterseite, Brust und Läufen sowie über den Augen und unter der Rutenwurzel.

Widerristhöhe (Rüden/Hündinnen):
Für Rüden 61 bis 68 cm.
Für Hündinnen 56 bis 63 cm.

Herkunft: Deutschland

Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt zw. 8 und 9 Jahren.

Geschichte:
Der Rottweiler zählt zu den ältesten Hunderassen. Sein Ursprung geht bis in die Römerzeit zurück. Er wurde dort als Hüte- und Treiberhund gehalten. Die Hunde zogen mit den römischen Legionen über die Alpen, beschützten die Menschen und trieben das Vieh. Im Raum um Rottweil trafen diese Hunde mit den einheimischen Hunden zusammen. Hier erfolgte dann eine Vermischung. Die Hauptaufgabe des Rottweilers wurde nun das Treiben und Bewachen von Großviehherden und die Verteidigung seines Herrn und dessen Eigentum. Nach der alten deutschen Reichsstadt Rottweil erhielt er seinen Namen: Rottweiler Metzgerhund. Die Metzger züchteten diesen Hundeschlag nur auf Leistung und für ihren Verwendungszweck. So entstand im Laufe der Zeit ein hervorragender Hüte- und Treiberhund, der auch als Zughund Verwendung fand.

Als man zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hunderassen für den Polizeidienst suchte, wurde auch der Rottweiler überprüft. Es zeigte sich sehr schnell, dass der Hund für die Aufgaben im Polizeidienst hervorragend geeignet ist. Im Jahre 1910 wurde er deshalb als Polizeihund offiziell anerkannt.

Charakter: Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderlieb, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit gegenüber seiner Umwelt

Haltung:
Der typische Rottweiler ist ein starker, eigenständig handelnder Hund, in dessen Erbgut die Verhaltensweisen des Viehtreiber-, Wach- und Schutzhundes nach wie vor fest verankert sind. Das bedeutet, dass er eine feste, aber gerechte Hand benötigt, die ihm, und dies von Anfang an, seinen Platz in der Familie zuweist und auch garantiert. Man muss bereits beim Welpen damit beginnen, ihn liebevoll, konsequent, aber ohne Härte zu erziehen und ihm seine Grenzen zu zeigen. Verpasst man dies, kann es später nicht unerhebliche Probleme geben. Nur ein richtig aufgezogener und geprägter, ausreichend beschäftigter, in die Familie integrierter und fair behandelter Rottweiler entwickelt sich zu einem freundlichen und psychisch stabilen Begleiter. Bei der Ausbildung ist zu beachten, dass dieser Hund ein Spätentwickler ist. Er braucht seine Zeit, aber was er einmal gelernt hat, vergisst er nicht.


Der Rottweiler ist kein Hund, der sich grobem Zwang unterordnet. Auf Geschrei und herrschsüchtiges Gehabe reagiert er mit Sturheit und Dickköpfigkeit. Motivation über Spiel, Lob und Freundlichkeit hingegen führen fast immer zum Erfolg. Trotz seiner scheinbar rauhen Schale ist der Rottweiler ein empfindsamer Hund, was die Beziehung zu seinem Führer angeht, auf den er sehr fixiert ist. Ein Rottweiler benötigt einen Besitzer, der ihm Aufgaben stellt - sein Arbeitsdrang und seine Willenskraft müssen in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Angesichts seiner vielseitigen Begabung ist es fast zweitrangig, was er tut, solange er Freude an der "Arbeit“ hat und beschäftigt ist. Dabei bieten sich nahezu sämtliche Hundesportarten an. Lediglich dem Einsatz im Agility sind wegen seiner Masse Grenzen gesetzt. Über die gängigen Sportarten hinaus kann man ihn vor einen Wagen oder einen Schlitten spannen, ihn Packtaschen tragen lassen oder dergleichen mehr. Beschäftigt man einen Rottweiler nicht oder nicht ausreichend, entsteht aus dem Müßiggang heraus leicht unerwünschtes Verhalten: Ohne genügend Auslauf und Aufgaben können diese Hunde unausgeglichen, unter Umständen gar gefährlich werden. Wissen muss man auch, dass Rottweiler zu den Rassen gehören, bei denen besonders Rüden zur Dominanz neigen und gerne ihren Rang innerhalb ihres menschlichen "Rudels" in Frage stellen. Deshalb ist es wichtig, dass dem Hund von Anfang an, konsequent und eindeutig Grenzen gesetzt werden. Verpasst man dies, kann er sich zum Rowdy entwickeln und nicht nur für Fremde, sondern auch für seine eigenen Besitzer zur Bedrohung werden. Rottweilerhaltung bedeutet also große Verantwortung! Ist die Rangordnung einmal klar, ist der Rottweiler ein führiger, williger und zuverlässiger Partner.

Besonderheiten: Durch einige Vorfälle hat der Rottweiler teilweise einen schlechten Ruf bekommen. Negative Vorfälle sind jedoch nicht ausschließlich dem Hund oder der Rasse, sondern vor allem dem Halter anzulasten. Der Rottweiler ist ein großer und starker Hund, von dem bei falscher Haltung und Sozialisation eine Gefährdung ausgehen kann. Er wird in einigen Ländern als „Listenhund“ geführt, und seine Haltung unterliegt in einigen deutschen Bundesländern bestimmten Einschränkungen. Aufgrund einer Statistik des Deutschen Städtetages von 1997 wurde der Rottweiler zum 1. November 2002 in die Kategorie II der Kampfhundeverordnung in Bayern aufgenommen und muss in bestimmten Bundesländern einen Wesenstest durchlaufen. Im Schweizer Kanton Wallis ist die Haltung dieser Rasse als Reaktion auf Vorfälle im Kanton Zürich seit 1. Januar 2006 verboten.

Zusammengefasst kann man sagen: Rottweiler sind ein Kraftpaket auf vier Pfoten, gute, treue und großherzige Kameraden und ausgesprochen mutige Bewacher von Anwesen.
 
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